PLS-Info
- Der Aufbau
- Die Organisation
- Das Geld, die Kosten
- Die Parkleit-Signale
- Das Internet und das Mobiltelefon
- Systemintegration
- Wie funktioniert das Parkleitsystem
- Das Parkhaus ohne Dach
- Vernetzung
- Zukunft
Jede Autofahrt endet schliesslich auf einem Parkplatz, aber Parkplätze hat es nie genug! Der Suchverkehr belastet das Strassennetz unnötig. Das Parkleitsystem (PLS) hilft, einen Parkplatz auf dem kürzesten Weg zu finden.
Der Aufbau
Seit dem 23.Oktober 2001 steht in der Stadt Zürich ein Parkleitsystem in Betrieb und hilft so mit, den Strassenverkehr vor allem in den Stosszeiten zu entlasten. Die motorisierten Besucher werden durch die Parkleit-Signale frühzeitig orientiert, wo und wie viele freie Parkplätze es im Moment hat, und wie man direkt dorthin fahren kann.
In einem ersten Schritt wurde das Stadtzentrum ausgerüstet. Ein Jahr später, am 1.November 2002 konnte das Parkleitsystem auch auf Oerlikon ausgedehnt werden, wo schon seit Sommer 2001 das Neubau-Gebiet 'Zürich-Nord' in Betrieb steht. Das Parkhaus der Uni Irchel ist im Gebiet 'Oerlikon' integriert, während das Parkhaus Unterstrasse zum Gebiet 'City' gehört.
Die Organisation
Initiant und Eigentümer ist die Ende 1998 gegründete 'PLS Parkleitsystem AG', ein Public-Private-Partnership aus Parkhaus-Betreibern, City-Vereinigung, ACS, TCS, der Stadt Zürich und anderen. Die technische Projektleitung und der Betrieb des PLS wurde an die Dienstabteilung Verkehr ausgelagert. Die optische Gestaltung der Anzeigetafeln und die Auswahl der Signalstandorte wurde in Zusammenarbeit mit dem 'Stab öffentlicher Raum' erarbeitet.
Das Geld, die Kosten
Für den Aufbau des gesamten Parkleitsystems wird mit Kosten von rund 8,5 Millionen Franken gerechnet. Finanziert werden die Entwicklungskosten, der Bau des PLS, sowie die laufenden Betriebskosten und der Unterhalt aus einer Gebühr von 50 Rappen pro Einfahrt in die angeschlossenen Parkhäuser. Das PLS wird also vollständig durch die Benützer finanziert, es werden keine Steuergelder beansprucht.
Die Parkleit-Signale
Wer einen Parkplatz sucht, sieht zuerst die PLS-Signaltafeln mit der Information über die im Moment freien Parkplätze in den verschiedenen Parkräumen. Er kann sich dann entscheiden, in welchem Parkraum er parkieren will. Nach der Einfahrt in den Parkraum werden nun die einzelnen Parkhäuser angezeigt. Deren Signale haben die gleiche Farbe wie der ganze Parkraum. Auf den Anzeigetafeln ist sofort ersichtlich, wie viele Parkplätze in einem bestimmten Parkhaus noch frei sind, und wie man am Besten direkt dorthin kommt. Nicht alle Signaltafeln zeigen die Zahl der freien Plätze an, bei einem Teil handelt es sich um reine Wegweiser in den Farben des Parkraums.
Bis zum 1.6.07 wurden in Zürich 30 Parkhäuser an das Parkleitsystem angeschlossen. An 101 Standorten sind die Parkleit-Signale mit den grossen gelben Zahlen der Anzeige freier Parkplätze installiert worden. Zusätzlich sind vor 98 Verzweigungen beleuchtete PLS-Wegweiser montiert. Parkplatzsuchende werden so auf dem direktesten Weg zum freien Parkplatz geleitet.


Das Internet und das Mobiltelefon
Damit sich die Besucherinnen und Besucher von Zürich schon vor Antritt der Fahrt ein Bild machen können, wo noch freie Parkplätze zu finden sind, werden alle Parkhäuser im Internet unter der Adresse: www.pls-zh.ch dargestellt. Einmal pro Minute werden die freien Parkplätze automatisch neu angezeigt, die Zahlen sind also immer top aktuell!
Obwohl es technisch nicht schwierig wäre, die freien Parkplätze auch mit dem Handy abrufen zu können, wurde auf diese Möglichkeit aus Gründen der Verkehrssicherheit verzichtet.
Systemintegration
Ein Parkleitsystem besteht aus verschiedenen Teilen:
- Die Zahl der jeweils freien Parkplätze eines Parkhauses muss erfasst und an die PLS-Zentrale übermittelt werden.
- Die Zentrale muss alle Informationen über die freien Parkplätze so verarbeiten, dass auf den Parkleit-Signalen die richtigen Zahlen angezeigt werden können. Dabei zeigen die PLS Signale der Parkräume die Summe der freien Parkplätze aller dazu gehörenden Parkhäuser an.
- Die auf den Parkleit-Signalen anzuzeigenden Zahlen müssen von der Zentrale zu den Signalen übermittelt werden.
Für die Uebermittlung der Informationen bestehen grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, so etwa über gemietete Fernmeldeleitungen der Telefonanbieter, über Funk, oder es wird ein eigenes Kabelnetz gebaut. Die Dienstabteilung Verkehr besitzt selber ein eigenes ausgedehntes Kabelnetz, um alle Verkehrsregelungsanlagen mit ihren Steuerungszentralen zu verbinden. Weil die meisten Parkleit-Signale in unmittelbarer Nähe von wichtigen Strassenkreuzungen und -Verzweigungen zu stehen kommen, lag es nahe, für das Parkleitsystem diese Leitungen der Dienstabteilung Verkehr mit zu benützen. Damit aber war es auch gegeben, dass die Mitarbeitenden der Dienstabteilung Verkehr nicht nur ihre eigenen Ampeln, sondern auch die Parkleit-Signale betreuen sollten.
Tatsächlich bestehen ausserordentlich viele technische Gemeinsamkeiten zwischen der Verkehrssteuerungs-Technik und der Technik des Parkleitsystems. Da die Dienstabteilung Verkehr für die sehr anspruchsvolle Regelung des individuellen und öffentlichen Verkehrs in der Stadt Zürich über ausserordentlich leistungsfähige Steuerungscomputer verfügt, lag es auf der Hand, für das Parkleitsystem keine eigene Zentrale aufzubauen, sondern diese Funktion von den vorhandenen Steuerungscomputern zusätzlich ausführen zu lassen.
So ist heute das Parkleitsystem Zürich ein integrierender Bestandteil der Dienstabteilung Verkehr und wird mit der genau gleichen Qualität und Zuverlässigkeit betrieben, wie die Ampelanlagen. Diese Integration ist nicht nur betrieblich sehr zweckmässig, sondern auch sehr wirtschaftlich: Gemeinsam nutzbare Bestandteile wie das Kabelnetz, die Stromanschlüsse, die Verkehrs-Computer und schliesslich die Betriebsführung sind viel kostengünstiger als es eine separate Beschaffung sein könnte.
Die praktische Erfahrung des bisherigen Betriebszeit beweist die Richtigkeit dieses Konzepts. So gesehen ist es erstaunlich, dass bisher nur in Zürich ein integrierter Ansatz gewählt wurde. Alle anderen Parkleitsysteme stehen für sich alleine und benötigen so eine eigene teure technische Infrastruktur.
Wie funktioniert das Parkleitsystem
In jedem Parkhaus muss man wissen, wie viele der Parkplätze bereits belegt sind, und ob überhaupt noch Fahrzeuge einfahren können. Die Steuerungsanlage des Parkhauses kann darum eine Reihe von Informationen für das Parkleitsystem zur Verfügung stellen:
- Die momentane Zahl freier Parkplätze
- Die laufend aktuelle Zahl der Einfahrten
- Die laufend aktuelle Zahl der Ausfahrten
- Der Betriebsstatus des Parkhauses (frei, besetzt, geschlossen, Störung)
In jedem der angeschlossenen Parkhäuser befindet sich ein PLS-Kontroller. Dieses Gerät ist in der Lage, die Informationen der verschiedensten Fabrikate von Parkhaussteuerungen so zu normalisieren, dass die Zentrale des Parkleitsystems immer gleichartige Daten verarbeiten kann. Mittels des bei der Dienstabteilung Verkehr standardisierten Modems werden die Informationen laufend an die Zentrale übertragen.
Einer der Verkehrscomputer übernimmt die Funktion der PLS-Zentrale. Die von den Parkhäusern übermittelten Informationen werden hier nach mehreren Kriterien auf Korrektheit geprüft und allenfalls festgestellt, dass die Daten momentan keinen Sinn ergeben und nicht verwendet werden dürfen. Pro Minute einmal werden die auf den Parkleitsignalen anzuzeigenden Zahlen für jedes einzelne Signal neu berechnet und zur Uebertragung an die Parkleit-Signale, aber auch ans Internet (www.pls-zh.ch) bereit gestellt.
An einem einzelnen Signalstandort können bis zu 7 aktive Parkleit-Signale bestehen. Die Uebermittlung der 3x5 Ziffern, die Steuerung der Beleuchtung und die verschiedenen Rückmeldungen von den Signalen werden mit einem standardisierten Modem zusammengefasst, so dass pro Signalstandort nur eine einzige Leitung beansprucht wird.
Diese Leitungen der einzelnen Signalstandorte werden in Gruppen zusammengefasst. Ein in einem Rechnerraum installierter Konzentrator kann bis zu 16 Parkleit-Signale über eine einzelne Leitung übertragen.
Es gibt zwei Typen von Parkleit-Signalen. Die Statischen dienen als reine Wegweiser zu den Parkhäusern. Ihre Beleuchtung folgt den Betriebszeiten der öffentlichen Beleuchtung. Die Schaltung erfolgt über Rundsteuer-Empfänger oder direkt vom Stromnetz der öffentlichen Beleuchtung. Diese Signale haben keine Verbindung zur PLS-Zentrale und ihr Betrieb ist darum nicht zentral überwacht.
Die Dynamischen zeigen hingegen mit minütlich erneuerten Zahlenwerten die freien Parkplätze in den Parkräumen und den Parkhäusern an. Die Zahlen wechseln synchron und sehr schnell, es ist nicht leicht, den Wechsel der Zahlen zu beobachten! Der laufende Wechsel dieser Zahlen kann darum die Fahrzeuglenkenden nicht ablenken, auch dies ist ein Beitrag zur Verkehrssicherheit.
Grundsätzlich werden die Daten von den Parkhäusern Eins zu Eins übertragen und durch das PLS-System nicht verändert. Die maximale Anzahl freier Parkplätze wird aber auf Grund der 3 Ziffern auf 999 limitiert. Die Daten werden trotzdem laufend auf Plausibilität geprüft und bei Fehlern Warnungen an die Verkehrsleitzentrale gesendet. Fragliche Zahlenwerte oder eine unterbrochene Verbindung führt zu einer dunklen Zahlenanzeige. Das voll besetzte Parkhaus zeigt die freien Plätze mit einer Null an, ein geschlossenes Parkhaus mit drei horizontalen Balken.
Jedes einzelne Parkleit-Signal hat eine eigene Daten-Adresse. Die Steuerung der Signalbeleuchtung ist unabhängig von der öffentlichen Beleuchtung und wird von einer speziellen Lichtsteuerung zentral kontrolliert.
Das Parkhaus ohne Dach, kein Haus, nur ein Platz!
Bei drei der angeschlossenen Parkhäuser handelt es sich 'nur' um grosse Parkplätze:
- Eisfeld
- Stadthof 11 (siehe Bild unten)
- Bienen

Diese für Besucher in Oerlikon sehr zentral gelegenen Grossparkplätze eignen sich hervorragend für den Anschluss ans Parkleitsystem. Problematisch ist dabei einzig die Feststellung der noch freien Parkplätze. Da diese beiden Grossparkplätze mit zentralen Parkschein-Automaten bewirtschaftet werden, haben sie nicht wie ein richtiges Parkhaus an der Ein- und Ausfahrt je eine Barriere, mit denen eine Zählung problemlos möglich ist.
Alle bisherigen Versuche, die ein- und ausfahrenden Autos mit elektromagnetischen Schleifen oder Lichtschranken zu zählen, sind ohne Erfolg geblieben. Gezählt werden oft, aber auch nicht immer: Töffli, Motorräder, Kinderwagen, Einkaufswägeli und anderes. Und so stimmt die Zählung nie ganz. Werden aber am Parkleit-System falsche Zahlen angezeigt, verliert es seine Glaubwürdigkeit und damit die positive Wirkung sehr schnell.
Eine junge und sehr innovative Firma im Technopark Zürich hat ein Bewegungsmess-System mit einem rotierenden Laserstrahl gebaut, das in der Zu- und Wegfahrt der Grossparkplätze jede Bewegung erfasst und in einem speziellen Computersystem die erfassten Objekte klassifizieren kann. So wird ein Auto aufgrund seiner Form und typischen Bewegungsart klar von allen anderen Objekten unterschieden und zur Zählung erfasst. Auf beiden Grossparkplätzen funktioniert die Zählung bisher zu unserer vollen Zufriedenheit. Dies eröffnet auch die Möglichkeit, weitere Grossparkplätze an das Parkleitsystem anschliessen zu können.
Vernetzung
Wer sich im Internet unter www.pls-zh.ch nach den freien Parkplätzen erkundigt, kann sich das seinem Ziel nächst gelegene Parkhaus anzeigen lassen. Zu jedem Parkhaus sind weitere Informationen verfügbar: Grösse, Oeffnungszeiten, Tarife, selbst ein Stadtplanauschnitt gehört dazu, damit man das Parkhaus auch wirklich findet.
Wer sich so auf den Besuch von Zürich vorbereitet, kann sich auch sofort einen Ueberblick zur momentanen Verkehrsbelastung der Strassen in und um Zürich verschaffen. Züritraffic zeigt auf der Adresse www.zueritraffic.ch einen erweiterten Stadtplan, auf dem die Dicke der eingezeichneten Strassen die Verkehrsmenge darstellt. Grüne Strassen haben problemlosen flüssigen Verkehr, gelbe Farbe weist auf sehr dichten Verkehr hin und bei Orange besteht deutlich Zähflüssigkeit. Rot aber bedeutet praktisch Stau. Die Daten werden alle paar Minuten erneuert, im Profi-Modus kann man sich einzelne Strassen auch noch genauer ansehen.
Zukunft
Dank dem absolut modularen Systemaufbau des Parkleitsystems Zürich kann dieses in Zukunft rasch und kostengünstig den aktuellen Bedürfnissen angepasst und auch weiter ausgebaut werden.
